Pressestimmen

“Am Dienstag werden die neuen Sitze montiert”
(sbi) - 26.07.2010 - Echo online

Kommunales Kino: Filminsel ist nach der Renovierung bereit für das Jubiläumsjahr 2011

BIBLIS. Mit Riesenschritten geht die Renovierung des kommunalen Kinos Filminsel voran: ,,Es ist klasse", berichtet Vorsitzende Birgit Gimbel nach knapp zehn Tagen Schwerstarbeit. Der neue Boden sitzt bereits perfekt auf den vorher installierten Tragebalken, zwei Stufen markieren das Podest im Hintergrund, von dem aus die Sicht auf die Leinwand noch besser ist. Der erste Grundierungsanstrich ist aufgebracht - die Grobfaserplatten müssen aus brandschutztechnischen Gründen insgesamt noch dreimal mit Spezialfarbe gestrichen werden.

,,Das bremst uns ein wenig aus, denn alle Schichten müssen 16 Stunden trocknen", sagt Gimbel. Aber bis Dienstag (03.08.) ist auch das geschafft. Dann werden die neuen Sitze montiert. Die Wandbespannung muss wieder befestigt und Verblendungen davor gesetzt werden - danach steht dem Regelbetrieb nichts mehr im Weg.

,,Wir starten schon am Freitag, 6. August", freut sich die Vorsitzende. Und zum Neustart nach der Renovierungspause gibt es den aktuellen Vampir-Teenie-Liebeskracher ,,Eclipse - Bis(s) zum Abendrot,,. Jeweils um 20 Uhr flimmert das Epos über die Leinwand und kann von den neuen und bequemen Sesseln aus genossen werden.

Rundum ist die Renovierung gelungen, die Toiletten zeigen Farbe - für die Damen in einem dezenten Rot-Ton mit Lavendel und Reisig dekoriert; bei den Herren strahlt ein Blauton und Meeresdekoration verschönert das Örtchen. Im barrierefreien Toilettenbereich strahlt es orangefarben und Blumen sorgen für den Hingucker - der Gang zu den sanitären Anlagen ist grün angelegt.

Damit ist die Filminsel startklar für eine Party nach der anderen zum 25-jährigen Bestehen im Jubiläumsjahr 2011. Das Kino-Team legt aber gleich richtig los und bietet noch im August ein Brunch zum Film ,,Männer al dente", eine Weinprobe mit dem Weingut Bechtel im Oktober und als echtes Schmankerl für Mundartfans Weihnachtsgeschichten mit Walter Renneisen im Dezember.

 

“Die Filminsel wird aufgeräumt”
(sbi) - 14.07.2010 - Echo online

Kommunales Kino: Das Gebäude an der Hintergasse in Biblis wird für das Jubiläumsjahr 2011 herausgeputzt - Neue Bestuhlung, bessere Lüftung - Ehrenamtliche Helfer im Dauereinsatz

BIBLIS. Im Haus an der Hintergasse 3 in Biblis wird gearbeitet: Das kommunale Kino ,,Filminsel" erhält einen neuen Bodenbelag, neue Stühle und eine Einfriedigung für den Hof.

renovierung_sbi_20100714Mit Brecheisen, Akkuschrauber und Muskelkraft sind die Vereinsmitglieder dabei, die alte Bestuhlung abzuschrauben. ,,Die sind gut 50 Jahre alt", erzählt Filminsel-Vorsitzende Birgit Gimbel, die sich freut, dass sogar einige ihren Jahresurlaub für die Renovierung einsetzen.

Seit zehn Jahren saßen Kinobesucher auf den mit rotem Cordsamt bezogenen Sesseln - vorher standen sie im Europa-Kino in Worms. 140 der Sitze im Zweier- und Dreierverbund haben die Helfer über den Tag herausgeschraubt. Dazwischen kamen immer wieder Interessenten, die die nostalgischen Sitze haben möchten. Am Samstag (17.) ab 9 Uhr können die mit Erinnerungen und Kinoflair behafteten Sitze abgeholt werden. Für eine Spende ans Kino sind sie zu haben. Derweil wird in der Damentoilette ein gedeckter Lilafarbton an die Wände gepinselt. Die Herrenabteilung erhält ebenfalls einen warmen Farbton. Der Anstrich im Gang fügt sich in ein paar Tagen harmonisch ins Bild. Der 120 Quadratmeter große Kinosaal sieht ohne Stühle wie ein Tanzsaal aus - bis auf die Tatsache, dass der Holzboden an manchen Stellen marode ist. Am Montagabend ist es soweit. Dann werden die Dielen entfernt. Darunter befindet sich ein Balkengeflecht, dessen Zwischenräume mit Schotter aufgeschüttet sind. ,,An vielen Stellen ist dieser Untergrund weggespült", erklärt Gimbel. Mit der Belastung durch den Kinobetrieb begannen die Dielen zu brechen. Das Kinogebäude hat immerhin 60 Jahre auf dem Buckel.

Nach neuen Normen wird jetzt der Untergrund erneuert: kaputte Trägerbalken werden ersetzt, frische Aufschüttung sorgt für Stabilität und ein dreifach zu versiegelnder Holzbelag entspricht nach der Fertigstellung neuesten Vorschriften der Sicherheits- und Brandschutztechnik. Danach werden 131 neue Sessel montiert. ,,Die sind etwas breiter und in schwarzem Kunstleder bezogen", beschreibt die Vorsitzende, was seit einigen Wochen als ,,Testexemplar" von den Kinogästen bereits im Foyer zu sehen war. Eine Sitzreihe entfällt zugunsten von Beinfreiheit. Die ersten beiden Reihen vor der Bühne sind herausnehmbar, was es ermöglichen soll, Konzerte mit Tanz, Lesungen und weitere Events anzubieten. Damit hat sich die Filminsel in den einen Namen geschaffen. Im nächsten Bauabschnitt wird das Ansaugrohr für die Belüftungsanlage versetzt. Die Begrenzung des Filminselhofes folgt gleich darauf. Die Wiedereröffnung ist für Mitte August geplant. ,,Bis zum Filminselfest am 28. August (Samstag) ist dann hoffentlich wieder Normalbetrieb".

Das Sommerfest ist der Beginn von Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr. Das Kino zeigt sich in neuem Gewand und für den 25. Geburtstag 2001 gerüstet.

 

“Gaumenkitzel und Hörvergnügen”
sbi - 21.06.2010 - Echo online

Filminsel: Gregor Weber liest aus seinem Buch ,,Kochen ist Krieg" - Andreas Heß steuert kulinarische Köstlichkeiten bei

BIBLIS. Eine hervorragend gelungene Verschmelzung von Gaumenkitzel, Hörvergnügen und Lesewerbung präsentierte das Bibliser kommunale Kino ,,Filminsel" am Freitagabend. Schauspieler Gregor Weber zückte verbal schärfste Kochmesser. Andreas Heß, als Koch aus Hofheimer Zeiten im ,,Adler" und darüber hinaus im Ried und der Vorderpfalz bekannt, lieferte Amuse-Gueule (,,Mundfreuden") vom Feinsten. Die Buchhandlung Lesezeit gab dem dreistündigen Komplettmenü den letzten Pfiff mit einer Auswahl erlesenster literarischer Verführungen und Kochanleitungen zum Selbstversuch.

weber_sbi_20100621Lesungen hat Gregor Weber schon viele gemacht, in Biblis jedoch seine erste in einem historisch angehauchten Kinosaal. ,,Ich lese total gerne - bin aber nicht so gern von meiner Familie lange weg", gestand er im Gespräch mit dem ECHO. Beheimatet in Bayern, war Biblis dann doch ein Stück weit weg von Zuhause - aber auch anders und sogar für Weber überraschend. Da verzückten ihn nicht etwa nur die Häppchen von Spargel- oder Räucherlachstartletts bis zu gebratenen Gambas auf leicht scharfem Melonensalat und Ziegenkäsepralinen mit pikantem Rhabarberkompott - nein, auch die knapp über 100 schlemmenden Zuhörer überzeugten ihn mit ihrem Sitzfleisch. ,,Ihr könnt noch?" fragte der Schauspieler und gelernte Koch ungläubig nach dem zweiten Teil seiner Lesung der selbst ,,eingedampften" Kapitel seines Erstlingswerks: ,,Kochen ist Krieg!" - dem eigentlichen Ende des Abends. Klar - ein Kapitel ging doch noch.

So erfuhren begeisterte Lauscher nach der halbstündigen Einführung ins Küchenvokabular und Enthüllungen rund um die Hierarchie in gehobenen Gastronomieküchen, gut eineinhalb Stunden lang intimste Geheimnisse.

Schwingende, Kellner ausspuckende Flügeltüren, der Pass, die Kontrollstation aller Kreationen aus der Küche, oder etwa die ernüchternde Tatsache, dass es Fingerspitzengefühl braucht, hauchzarte, getrocknete Tomatenscheiben filigran gefaltet auf ,,Salattürmchen" zu platzieren: Das alles ließ die Zuhörer lächeln.

,,Sie haben es nicht selbst erlebt - man muss für diesen Job geboren sein", bekräftigte der Saarländer, der die Schauspielerei mittlerweile fast auf seine Tatort-Auftritte reduziert hat. Amüsant präsentierte er, perfekt in der Sprachwürze eines eingedeutschten Italieners, als Höhepunkt das Kapitel ,,Gastarbeit". Allein der Ausspruch: ,,Immer gucke die Teich, Giorgio" führte schon zu Lachsalven. ,,Giorgio, das bin ich als Küchenknecht - der ,Teich' ist der Pizzateig, den man keine fünf Sekunden aus den Augen lassen darf", begann Weber gute 45 Minuten Exkurs in die Hinterküchen des italienischen Restaurants ,,Meisterhaus."

Dorthin, wo Suresh, der Sri Lankese, das Regiment mit einer bunten Mischung an Nationalitäten über alle Nudelgerichte führt.

Ganz nebenbei gibt es eine Prise Geschichtsunterricht und einen Anflug von Sozialkritik, bis letztendlich der Autor selbst auf Einladung seines Chefs zum Hochzeitstag einmal die andere Seite erleben darf. Als Gast im Sternerestaurant wird sein nach dem Hochgenuss gestammeltes Sammelsurium an Vokabeln von bestens, lecker, außergewöhnlich und mehr mit der lapidaren Antwort des Küchenchefs: ,,Es ist doch nur Essen", rabiat auf den Boden geholt. Wer bis dahin nicht selbst den Odem der rührenden Beiköche, den Duft von schwitzenden Spülkräften und den Sound von flitzenden Messer gehört und gerochen hatte - der hatte die falsche Abendunterhaltung gewählt.

Fast alle Bibliser Gäste waren aber mittendrin im Kochgeschehen, wie auch Rita Rose, Ortsvorsteherin aus Hofheim: ,,Ich wollte mir den Genuss von Andreas' Essen nicht entgehen lassen" - auch sie kennt Heß aus seiner Hofheimer Zeit. ,,Und Gregor Weber habe ich mit meiner Lieblings-Fernsehköchin Lea Linster gesehen und wollte ihn mir live einfach nicht entgehen lassen", fügte sie an. Dabei stand ihr das Vergnügen ins Gesicht geschrieben.

Im Vorfeld und im Hintergrund schwang Koch Andreas Heß die begabten Finger - assistiert von zwei Anrichtedamen -, servierte leckere Schlemmerhäppchen und verwöhnte so auf seine sehr passende Art.

Derzeit kocht Heß (,,Ich habe die Langzeitversion von Gregors Buch erlebt - Koch ist der schönste Beruf, den es gibt!") bei der Lebenshilfe in Worms.

 

Artikel aus der Bürstädter Zeitung vom 30.01.2010:

"Vorhang auf"

Von Sabine Weidner

FILMINSEL Kinoverein blickt auf 460 Mitglieder/Träger des Kulturpreises

"Vorhang auf" und in Biblis gastieren Hollywoodgrößen, Animationscharaktere oder kulturelle Klassiker der Filmkunst - die Filminsel in Biblis ist zum kultigen Treffpunkt aller Cineasten, Lounge- und Kleinkunstliebhaber sowie für Kinder geworden. Und das schon fast 25 Jahre.vorstand_2009

2011, im Jubeljahr der Gemeinde, feiert auch der Kinoverein seinen halbrunden Geburtstag. "Kino gab es auch vorher schon in Biblis", sagt Vorstand Marcus Müller. Unter dem Namen "Filmbühne" gab es bereits unter der Regie von Werner Neumann Vorstellungen. Vor 24 Jahren also gründeten 28 Mitglieder, von denen einige noch heute der Insel treu sind und auch mitarbeiten, den Verein. Derzeit gibt es dort 460 Mitglieder, 22 ehrenamtliche Helfer, die die Vorführarbeit, den Thekendienst und den gesamten Kinoablauf übernehmen. "In Wechselschicht", erklärt Stefanie Reis, sie ist gleichberechtigte Vorsitzende mit Marcus Müller.

Von den 50er-Jahren bis 1985 war die Filmbühne in Betrieb - im April 1986 war Wiedereröffnung. "Purple Rose of Cairo" wurde vorgeführt, die neue Ära begann. Im Dezember 1987, mit der Vereinsgründung, übernahm zuerst die Gemeinde für zwei Jahre die geschäftliche Abwicklung für die Filminsel, danach organisierte sich der Verein selbst. "Damals führte auch noch Werner Neumann die Streifen vor", erinnert sich Andreas Aust, langjähriger Vorstand. Nach und nach lernten die Mitglieder, wie die Technik funktioniert und führten dann selbst vor.

Mit der Schließung des Europa-Kinos in Worms gab es neue Stühle. "Die haben wir von dort geholt", sagt Aust. Seither sitzen die Kinogäste auf roten Klappsesseln. Im Jahr 1998 gab es den Kulturpreis der Gemeinde Biblis aus den Händen von Bürgermeister Alfred Kappel - ein Höhepunkt in der Lichtspielhausgeschichte. Recht eng war es damals noch im Gebäude, die Toiletten außerhalb, der Vorführraum nur durch das Damen-WC zu erreichen. Gute Besucherzahlen, kommunale Unterstützung und ein engagiertes Team machten einen Umbau möglich. Im Jahr 2000, am 12. Mai, wurde Neueröffnung gefeiert - endlich gab es ein Foyer mit Servicetheke, sanitäre Einrichtungen und einen kleinen Lagerraum. Auf dem Balkon wurde zudem ein gemütlicher Bereich für Mitglieder hergerichtet, dort stehen den Kinounterstützern neun Zweiersofas für den komfortablen Blick auf die neue Leinwand zur Verfügung.

Der Vorstand und eine Gruppe fachversierter Mitglieder treten nun mit der Gemeinde in Kontakt, denn es steht die Sanierung des Kinobodens an. Die Lüftungsanlage muss erneuert werden, ebenso einige Kleinigkeiten, damit die Filminsel auch weiterhin von Donnerstag bis Sonntag für Filmspaß sorgen kann. Auch wenn sich die Zahl von 22 Helfern viel anhört - Mitarbeiter werden immer gebraucht, denn die Filminsel lebt davon, dass es auch den Organisatoren Spaß macht, was sie tun. Kann man die Dienste auf mehrere Schultern verteilen, hat jeder nur einen geringen Zeitaufwand und alle den Filmgenuss zum günstigen Preis direkt vor Ort.

Wie sieht der Alltag der Helfer aus? Die erledigen von der Filmbestellung, nach der Auswahl im Team, über das Putzen, die Werbung, die Aktualisierung der Homepage alles, was der Betrieb erfordert. Eine Stunde vor der Vorführung sollte man schon da sein, die Heizung im Winter hochdrehen, seinen Rundgang machen und schauen, ob alles in Ordnung ist. Die Beleuchtung wird dann aktiviert, Musik eingeschaltet - das Kino erwacht zum Leben. Die Kasse und die Karten zählen und die Kühlschränke kontrollieren - dann kann der Besucheransturm anrollen. Nach dem Film geht es ans Saubermachen, Saal- und Toilettenkontrolle, Kasse zählen - nach insgesamt gut vier Stunden ist der Dienst beendet. "Es macht einfach Spaß, und wir helfen, die Filminsel zu erhalten. Es ist ein tolles Angebot", sind sich die Helfer einig. Im letzten Jahr waren über 10000 Besucher im Bibliser Kino - ein Rekord für den Mainstream mit aktuellen Filmen, den Donnerstagabend mit der Staffel aus der Filmkunst Hessen und den Kindervorstellungen immer am Sonntagnachmittag. "Da kommen bis zu 80 Kinder", erzählen die Kinomacher.

"Vorhang auf" (Bürstädter Zeitung, 30.01.2010) 

“Des Vorführers Reich”

KINO Ein Blick hinter die Kulissen der Filminsel/Kein Knistern und Knacken

vorfuehrer_2009(wb). Der Blick hinter die Kulissen der Filminsel Biblis: des Vorführers Reich. Während sich vorn im Saal die Gäste ihren Platz aussuchen, Chips und Süßes knabbern und auf den Filmstart warten, ist er hier in seinem Element und bereits seit gut einer halben Stunde in Aktion.

Im engen Räumchen sind die zwei beeindruckenden Projektoren der Marke "Ernemann 8 mit Xenonlampen" untergebracht. Ringsum stapeln sich Filmrollen, baumeln Filmanschnitte am Nagel und die Eulenspiegel, die technische Finesse der Vorführapparate, blinken. "Die Rollenanfänge müssen zugeschnitten, der Film von der Transportrolle umgespult und die Werbetrailer angefügt werden", erklärt Andreas Aust, der jahrelang selbst als Vorführer im Kabäuschen gearbeitet hat. Dann heißt es: Wecker stellen, denn nach etwa 20 Minuten werden die Rollen manuell umgestellt - von einem Gerät auf das nächste. Langsam wird klar, warum man zum Vorführen eine regelrechte Anleitung, fast eine Ausbildung braucht. "Die geben wir an die Neuen weiter", sagt Aust.

Früher gab es neben den Bildrollen auch noch welche extra mit dem Ton. An die herrlichen "Verschieber", wenn auf der Leinwand schon leidenschaftlich geküsst wurde, im Ohr aber noch der vorangehende Liebesschwur erklang, kann man sich noch gut erinnern. Aber die beiden Schätze der Filminsel haben schon mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel, sie sind Baujahr 1951. Fest installiert stehen sie seither an ihrem Platz. 1995 wurde auf die neuere Technologie der Xenonlampen umgebaut. Diese Lichtbogenlampen ohne Glühfäden erzeugen Licht nahe dem Tageslicht. Die bereits erwähnten Eulenspiegel lassen das UV-Licht durch, und nur die Tageslichtwellen werden nach vorn reflektiert.

Eine kleine Anekdote zur historischen Lichtbogenerzeugung weiß der Technikfan zu berichten: "Es gab zwei offene Kohlestäbe, die sich gegenüber lagen und zusammen gekurbelt wurden, bis sie sich berührten - Zündung - und dann langsam wieder auseinander kurbeln, bis der Bogen steht", erklärt er schmunzelnd. "1995 gab es dann auch eine neue Leinwand", erinnert sich Aust. 2006 wurden die Getriebe der Projektoren noch einmal gereinigt und instandgesetzt: "Der einzige, der das noch konnte, ging mit unserem Getriebe in Rente", ist Aust froh, dass es noch geklappt hat, im fernen Kiel die Teile zu reparieren. 2007 zog dann die neueste Tontechnik in die Bibliser Hintergasse und das dortige Kino: "Dolby Digital EX" war das Zauberwort.

Die Lautsprecheranlage wurde erneuert und erweitert - der Sound eines großen Kinos war da. Die Filmvorführgeräte sind schon für das digitale Kino vorbereitet, aber: "Jeder Analogfilm sticht in der Qualität den digitalen aus", sagt der Spezialist.

Und solange es noch analoge Filme gibt, bleiben die beiden Ernemanns in der Filminsel so, wie sie gerade sind. Für den Kinogast macht vor allem das Tonsystem den Unterschied, denn das Knistern und Knacken ist vorbei - damit aber auch ein wenig Nostalgie.

Des Vorführers Reich (Bürstädter Zeitung, 30.01.2010) 

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